Rentabilitätsvorschau für Gründer: Welche Zahlen realistisch sein sollten

Lesedauer: 13 Min
Aktualisiert: 27. Juli 2026 04:44

Eine Rentabilitätsvorschau sollte nicht möglichst hohe Umsätze zeigen, sondern nachvollziehbar darstellen, ab wann Ihr Unternehmen seine laufenden Kosten deckt und Gewinne erwirtschaften kann. Entscheidend sind realistische Absatzmengen, belastbare Preise, vollständige Kosten und eine nachvollziehbare Herleitung jeder wichtigen Zahl. Beginnen Sie deshalb mit einem kleinen, prüfbaren Geschäftsmodell: Welche Leistung verkaufen Sie, an wen richtet sie sich, welchen Preis zahlen Kunden und welche Kosten entstehen bei jedem Auftrag?

Für die Planung benötigen Sie mindestens eine Umsatzprognose, eine Übersicht der variablen und festen Kosten sowie eine monatliche Ergebnisrechnung. Ergänzen Sie die Vorschau um ein vorsichtiges und ein günstiges Szenario. So erkennen Sie nicht nur das erwartete Ergebnis, sondern auch, wie empfindlich Ihr Vorhaben auf weniger Aufträge, höhere Einkaufspreise oder einen späteren Markteintritt reagiert.

Was eine Rentabilitätsvorschau tatsächlich zeigen muss

Die Rentabilitätsvorschau beantwortet die Frage, ob die geplanten Erlöse ausreichen, um die betrieblichen Aufwendungen zu decken. Sie ist damit eine Erfolgsplanung und keine reine Liquiditätsrechnung. In der Erfolgsplanung wird betrachtet, ob ein Gewinn oder Verlust entsteht. Die Liquiditätsplanung prüft dagegen, wann Geld auf dem Geschäftskonto eingeht und wann Zahlungen tatsächlich abfließen.

Beide Perspektiven gehören zusammen. Ein Unternehmen kann auf dem Papier profitabel sein und dennoch in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn Kunden spät zahlen oder hohe Investitionen vorfinanziert werden müssen. Umgekehrt kann ein Monat mit starkem Zahlungseingang wirtschaftlich schwach sein, wenn darin nur bereits erbrachte Leistungen abgerechnet werden.

Eine aussagekräftige Vorschau enthält deshalb mindestens folgende Bestandteile:

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  • geplante Umsätze nach Produkten, Leistungen oder Kundengruppen,
  • variable Kosten je Auftrag oder verkaufter Einheit,
  • monatliche Fixkosten wie Miete, Software, Versicherungen und Personal,
  • ein angemessener Ansatz für den eigenen Unternehmerlohn,
  • ein Zeitraum von mindestens zwölf Monaten,
  • eine Erklärung, aus welchen Annahmen die Zahlen abgeleitet wurden.

Bei einer Gründung mit stark schwankender Nachfrage kann eine monatliche Planung über zwei Jahre sinnvoll sein. Für die erste Entscheidung sollten die ersten zwölf Monate besonders detailliert ausgearbeitet werden. Denn gerade in der Startphase verändern sich Auftragslage, Kostenstruktur und Marketingaufwand häufig stärker als später.

Umsätze aus Kapazität statt Wunschdenken ableiten

Der Umsatz ist meist die größte Position und zugleich der Bereich mit dem höchsten Schätzrisiko. Eine belastbare Prognose entsteht nicht durch die Frage, welchen Umsatz Sie gerne erreichen würden. Ausgangspunkt sollte sein, wie viele Aufträge Sie mit Ihrer verfügbaren Zeit, Ausstattung und personellen Kapazität tatsächlich bearbeiten können.

Für einen Dienstleistungsbetrieb können Sie beispielsweise mit abrechenbaren Stunden rechnen. Von der gesamten Arbeitszeit müssen Verwaltungsaufgaben, Akquise, Vorbereitungen, Urlaub, Krankheit und Ausfallzeiten abgezogen werden. Nicht jede Anwesenheitsstunde kann einem Kunden berechnet werden. Ein zu hoher Auslastungsgrad führt daher schnell zu einer Planung, die im Alltag nicht erreichbar ist.

Ein Handwerksbetrieb sollte zusätzlich die Zahl der Teams, die durchschnittliche Auftragsdauer, Anfahrtszeiten und saisonale Schwankungen berücksichtigen. Ein Onlinehandel benötigt dagegen Annahmen zu Besucherzahlen, Conversion-Rate, durchschnittlichem Warenkorb und Retouren. Eine Agentur kann Projekte, Tagessätze und realistisch abrechenbare Tage miteinander verbinden.

Dokumentieren Sie je Umsatzposition mindestens:

  • die erwartete Menge oder Anzahl der Aufträge,
  • den Nettoverkaufspreis,
  • den geplanten Startzeitpunkt,
  • die erwartete Auslastung,
  • die Grundlage der Schätzung, etwa Vorverträge, Anfragen, Marktpreise oder eigene Kapazitäten.

Bereits vorhandene Aufträge oder schriftliche Absichtserklärungen können stärker gewichtet werden als allgemeine Marktannahmen. Eine unverbindliche Interessentenliste ist dagegen kein gesicherter Umsatz. Trennen Sie deshalb zwischen bereits beauftragten Leistungen, wahrscheinlichen Aufträgen und rein erwarteten Verkäufen.

Preise sauber kalkulieren und Nettoangaben verwenden

In einer Rentabilitätsrechnung werden Umsätze und Kosten grundsätzlich auf vergleichbarer Grundlage erfasst. Für die betriebswirtschaftliche Ergebnisplanung sind Nettoerlöse üblich, weil die Umsatzsteuer bei regelbesteuerten Unternehmen meist als durchlaufender Posten behandelt wird. Ob diese Darstellung in Ihrem Fall passt, hängt unter anderem von der steuerlichen Einordnung und der Art Ihrer Umsätze ab.

Der Preis muss mehr abdecken als den unmittelbaren Materialeinsatz. Berücksichtigen Sie auch Arbeitszeit, Fremdleistungen, Verpackung, Versand, Zahlungsgebühren, Rabatte, Provisionen, Gewährleistungsrisiken und nicht fakturierbare Tätigkeiten. Bei Dienstleistungen ist zu prüfen, ob Nacharbeiten, Abstimmungen und Projektmanagement bereits im Preis enthalten sind.

Ein niedriger Einstiegspreis kann die Kundengewinnung erleichtern, darf aber nicht dauerhaft die Kostenrechnung unterlaufen. Wenn Sie einen Einführungspreis planen, weisen Sie aus, wie lange er gilt und welcher reguläre Preis danach vorgesehen ist. Andernfalls wirkt die Vorschau profitabler, als das Geschäftsmodell tatsächlich ist.

Variable Kosten und Fixkosten voneinander trennen

Die Unterscheidung zwischen variablen und festen Kosten ist wichtig, weil beide Kostenarten unterschiedlich auf den Umsatz reagieren. Variable Kosten steigen in der Regel mit der Zahl der Aufträge. Dazu zählen beispielsweise Wareneinsatz, Versand, produktbezogene Verpackung, transaktionsabhängige Gebühren oder projektbezogene Fremdleistungen.

Fixkosten fallen auch dann an, wenn in einem Monat wenig oder gar nichts verkauft wird. Typische Beispiele sind Miete, Grundgebühren für Software, Versicherungen, Telefon, Buchhaltung, Darlehenszinsen und bestimmte Personalkosten. Manche Ausgaben enthalten beide Bestandteile. Ein Tarif kann etwa eine monatliche Grundgebühr und zusätzliche nutzungsabhängige Kosten enthalten. Bilden Sie solche Positionen getrennt ab, wenn dies für die Planung relevant ist.

Eine vollständige Kostensammlung verhindert, dass die Vorschau nur die offensichtlichen Ausgaben enthält. Prüfen Sie insbesondere:

  • Material, Waren und Verbrauchsmittel,
  • Personal einschließlich Arbeitgeberkosten,
  • Raumkosten und Nebenkosten,
  • Software, Lizenzen und IT-Dienstleistungen,
  • Marketing, Vertrieb und Provisionen,
  • Versicherungen, Beiträge und laufende Beratung,
  • Fahrten, Versand und Logistik,
  • Wartung, Reparaturen und Ersatzbeschaffungen,
  • Finanzierungskosten und Bankgebühren,
  • private Entnahmen oder der geplante Unternehmerlohn.

Einmalige Investitionen sollten nicht unbesehen als laufende Kosten behandelt werden. Für die Rentabilität kann die Abschreibung relevant sein, während für die Liquidität der tatsächliche Zahlungszeitpunkt zählt. Lassen Sie die Zuordnung bei steuerlich oder bilanziell wichtigen Positionen prüfen.

Den eigenen Lebensunterhalt in die Planung aufnehmen

Gründer unterschätzen häufig, wie stark der private Finanzbedarf auf das Geschäftsmodell einwirkt. Auch wenn ein Einzelunternehmen keinen klassischen Unternehmerlohn wie ein Angestelltengehalt bucht, muss die persönliche Entnahmefähigkeit bei der Planung berücksichtigt werden. Andernfalls erscheint das Unternehmen rentabel, obwohl der Lebensunterhalt nicht aus dem Betrieb gedeckt werden kann.

Ermitteln Sie Ihren monatlichen Mindestbedarf getrennt von freiwilligen Ausgaben. Berücksichtigen Sie außerdem private Versicherungen, Altersvorsorge, Einkommensteuer und gegebenenfalls Krankenversicherungsbeiträge. Die genaue Behandlung hängt von Rechtsform und persönlicher Situation ab. Für die unternehmerische Entscheidung genügt jedoch nicht die Betrachtung der betrieblichen Rechnungen allein.

Bei einer Kapitalgesellschaft ist zwischen Geschäftsführergehalt, Arbeitgeberkosten, Gewinnausschüttung und privaten Zahlungen zu unterscheiden. Ein Gehalt belastet das Unternehmen als Aufwand, während eine Ausschüttung nicht in gleicher Weise in die laufende Ergebnisrechnung gehört. Diese Unterschiede sollten Sie mit der steuerlichen Beratung abstimmen.

Break-even-Punkt und notwendige Mindestleistung berechnen

Der Break-even-Punkt zeigt, welcher Umsatz oder welche Absatzmenge erforderlich ist, damit weder Gewinn noch Verlust entsteht. Für eine einfache Rechnung benötigen Sie die monatlichen Fixkosten und den Deckungsbeitrag. Der Deckungsbeitrag ergibt sich aus dem Verkaufspreis abzüglich der variablen Kosten.

Wenn ein Auftrag 1.000 Euro netto einbringt und dafür 400 Euro variable Kosten anfallen, beträgt der Deckungsbeitrag 600 Euro. Bei monatlichen Fixkosten von 6.000 Euro wären rechnerisch zehn solche Aufträge notwendig, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Dieses Ergebnis gilt nur, wenn die Aufträge vergleichbar sind und alle relevanten Kosten berücksichtigt wurden.

Bei mehreren Produkten oder Dienstleistungen sollten Sie nicht einfach einen einzelnen Preis verwenden. Ermitteln Sie einen realistischen Umsatzmix. Ein Auftrag mit hohem Umsatz kann einen geringeren Deckungsbeitrag liefern als eine kleinere Leistung. Entscheidend ist daher nicht allein der Umsatz, sondern der Betrag, der nach den variablen Kosten zur Deckung der übrigen Aufwendungen verbleibt.

Der Break-even-Punkt ist eine Orientierungsgröße und keine Garantie. Er berücksichtigt weder jede Veränderung der Nachfrage noch Verzögerungen bei der Leistungserbringung. Nutzen Sie ihn, um Mindestziele für Vertrieb und Kapazitätsplanung festzulegen.

Monatliche Entwicklung statt Jahresdurchschnitt planen

Ein Jahreswert kann wirtschaftlich plausibel wirken und trotzdem an der Realität vorbeigehen. Wenn Umsätze erst spät einsetzen, die Kosten aber bereits ab dem ersten Monat anfallen, entsteht in der Anfangsphase ein Verlust. Planen Sie daher monatlich und tragen Sie saisonale Effekte ausdrücklich ein.

Ein lokaler Dienstleister kann im Sommer mehr Aufträge und im Winter weniger Nachfrage haben. Ein Onlinehandel benötigt möglicherweise vor dem Weihnachtsgeschäft höhere Warenbestände und Marketingausgaben. Bei einer Agentur können Projektstarts und Abschlagszahlungen zu starken Schwankungen führen.

Verteilen Sie geplante Jahresumsätze nicht automatisch gleichmäßig auf zwölf Monate. Begründen Sie die Verteilung mit Vertriebszyklen, Lieferzeiten, saisonalen Daten oder bereits bekannten Aufträgen. Wenn keine belastbare Grundlage existiert, ist eine vorsichtige Staffelung besser als eine gleichmäßig hohe Annahme.

Drei Szenarien machen die Planung belastbarer

Eine einzige Zahlenreihe vermittelt eine Genauigkeit, die in der Gründungsphase selten vorhanden ist. Arbeiten Sie deshalb mit mindestens drei Szenarien: einer vorsichtigen Planung, einer realistischen Basisplanung und einer günstigen Entwicklung. Verändern Sie nicht wahllos jede Zahl, sondern legen Sie fest, welche Annahmen jeweils anders ausfallen.

Im vorsichtigen Szenario können sich der Verkaufsstart verzögern, die Auslastung langsamer erhöhen und die Akquisekosten höher ausfallen. Die Basisplanung sollte die wahrscheinlichste Entwicklung abbilden. Das günstige Szenario darf Wachstum zeigen, muss aber ebenfalls mit der verfügbaren Kapazität und dem Markt vereinbar bleiben.

Vergleichen Sie anschließend, ob Ihr Finanzierungsbedarf auch im vorsichtigen Verlauf gedeckt ist. Wenn das Vorhaben nur im günstigen Szenario funktioniert, besteht ein erhebliches Planungsrisiko. Dann sollten Sie Preise, Kosten, Leistungsumfang oder Startstrategie überarbeiten, bevor Sie sich langfristig binden.

Eine kleine Agentur mit unterschiedlichen Leistungsarten

Eine neu gegründete Agentur kann ihre Umsätze aus laufenden Betreuungspaketen und einzelnen Projektaufträgen erzielen. Für die Vorschau sollten beide Bereiche getrennt geplant werden. Monatliche Pakete bieten eine bessere Vorhersehbarkeit, während Projekte höhere Einzelumsätze, aber stärkere Schwankungen bringen können.

Die Agentur sollte zunächst die Zahl der tatsächlich verfügbaren Arbeitstage bestimmen. Davon werden interne Abstimmungen, Akquise und Verwaltung abgezogen. Erst die verbleibenden Tage können mit dem geplanten Tagessatz bewertet werden. Zusätzlich sind externe Designer, Lizenzen und projektbezogene Medienkosten als variable Aufwendungen einzutragen.

Ergibt die Rechnung, dass die notwendige Auslastung dauerhaft nahe an der gesamten Arbeitszeit liegt, ist die Planung zu knapp. Eine Anpassung kann über höhere Preise, standardisierte Leistungen, zusätzliche Mitarbeitende oder ein kleineres Leistungsversprechen erfolgen. Das Ergebnis ist dann nicht nur eine Zahl, sondern eine Entscheidungshilfe für die operative Organisation.

Typische Planungsfehler und ihre Folgen

Ein häufiger Fehler ist die Übernahme des Umsatzes aus einer Marktgröße, ohne die eigene Kapazität zu prüfen. Große Nachfrage bedeutet nicht automatisch, dass ein junges Unternehmen genügend Kunden erreicht. Ebenso problematisch ist eine Kostenplanung, die nur Miete, Material und Software berücksichtigt, aber Vertrieb, Versicherungen, Steuern und den eigenen Lebensunterhalt auslässt.

Auch eine zu frühe Vollzeitbesetzung kann die Gewinnschwelle deutlich erhöhen. Prüfen Sie, ob Aufgaben zunächst ausgelagert, teilzeitnah organisiert oder erst bei gesicherter Nachfrage besetzt werden können. Umgekehrt darf eine zu knappe Personalplanung nicht dazu führen, dass zugesagte Leistungen verspätet oder in schlechter Qualität erbracht werden.

Weitere Warnsignale sind dauerhaft identische Monatswerte, fehlende Anlaufverluste, unrealistisch niedrige Retouren oder Nacharbeiten und ein fehlender Puffer für Preisänderungen. Jede Annahme muss nicht perfekt sein. Sie sollte jedoch sichtbar, begründbar und später mit den tatsächlichen Zahlen vergleichbar sein.

Planung in der Buchhaltung und Software weiterführen

Die Rentabilitätsvorschau sollte nicht nach der Gründung in einer Datei verschwinden. Richten Sie eine regelmäßige Abweichungsanalyse ein. Vergleichen Sie monatlich geplante und tatsächliche Umsätze, Kosten, Auftragseingänge und Deckungsbeiträge. Bei größeren Abweichungen prüfen Sie zuerst die zugrunde liegende Annahme, statt nur den Zielwert für den nächsten Monat anzupassen.

Eine Tabellenkalkulation reicht für ein einfaches Geschäftsmodell aus, wenn die Formeln nachvollziehbar sind und Änderungen dokumentiert werden. Bei mehreren Produkten, Standorten oder Mitarbeitenden kann eine integrierte Lösung sinnvoll sein. Achten Sie auf klare Kostenstellen, Exporte, Rollenrechte, Schnittstellen zur Buchhaltung und eine nachvollziehbare Versionierung.

Trennen Sie Planwerte von Ist-Werten. Überschreiben Sie alte Annahmen nicht, sondern speichern Sie Monatsstände oder Versionen. So können Sie später erkennen, ob eine Abweichung durch niedrigere Nachfrage, höhere Kosten oder eine falsche zeitliche Zuordnung entstanden ist.

Unterlagen für Finanzierung und Beratung vorbereiten

Wenn Sie die Vorschau einer Bank, Förderstelle oder Beratung vorlegen, sollten die wichtigsten Annahmen schnell nachvollziehbar sein. Ergänzen Sie die Zahlen daher um eine kurze Erläuterung des Geschäftsmodells, der Zielkunden, der Preisbildung und der geplanten Vertriebswege. Belegen Sie erwartete Umsätze, soweit möglich, mit Aufträgen, Anfragen, Marktpreisen oder belastbaren Kapazitätsdaten.

Bereiten Sie außerdem eine Übersicht über Investitionen, Eigenmittel, laufende Verpflichtungen und den erwarteten Finanzierungsbedarf vor. Eine Rentabilitätsvorschau ersetzt keinen Liquiditätsplan. Für die Finanzierung werden meist beide Sichtweisen benötigt, weil die Rückzahlung und Zahlungsfähigkeit nicht allein aus dem Gewinn hervorgehen.

Bei steuerlichen Fragen, der Wahl der Rechtsform, Abschreibungen, Personalkosten oder komplexen Finanzierungsvorgängen sollten Sie fachliche Beratung einbeziehen. Die Planung bleibt dennoch Ihre unternehmerische Verantwortung: Sie kennen Kapazitäten, Kundenkontakte und operative Abläufe besser als jede externe Stelle.

Arbeitscheck für eine belastbare Vorschau

  • Umsatzmengen sind aus Kapazität, Preis und Vertriebsweg hergeleitet.
  • Gesicherte Aufträge und unsichere Erwartungen sind getrennt ausgewiesen.
  • Variable Kosten und Fixkosten werden nicht vermischt.
  • Unternehmerlohn oder private Mindestentnahmen sind berücksichtigt.
  • Investitionen, Abschreibungen und tatsächliche Zahlungen sind unterschieden.
  • Die ersten zwölf Monate sind monatlich dargestellt.
  • Vorsichtiges, realistisches und günstiges Szenario sind miteinander verglichen.
  • Jede wichtige Annahme besitzt eine kurze Begründung.
  • Planwerte können später mit den Buchhaltungsdaten verglichen werden.
  • Offene steuerliche oder rechtliche Punkte sind zur Prüfung markiert.

Eine gute Rentabilitätsvorschau liefert keine scheinbare Gewissheit. Sie zeigt, unter welchen Bedingungen Ihr Vorhaben tragfähig wird, welche Mindestleistung erforderlich ist und an welchen Stellen Sie frühzeitig gegensteuern müssen. Je transparenter die Annahmen und je regelmäßiger der Abgleich mit den tatsächlichen Geschäftszahlen ausfällt, desto besser unterstützt die Planung Ihre Entscheidungen vor und nach der Gründung.

Fragen und Antworten zur Rentabilitätsvorschau für Gründer

Wie konservativ sollte eine Rentabilitätsvorschau für Gründer kalkuliert werden?

Planen Sie Umsätze nur in dem Umfang ein, den Ihre Kapazitäten, Vertriebswege und bisherigen Nachweise plausibel stützen. Ein vorsichtiges Szenario sollte außerdem zeigen, wie sich ein späterer Verkaufsstart, weniger Aufträge oder höhere variable Kosten auf das Ergebnis auswirken.

Welche privaten Ausgaben gehören in die Rentabilitätsvorschau?

Private Lebenshaltungskosten sind grundsätzlich keine betrieblichen Aufwendungen, sollten aber bei der Ermittlung Ihres notwendigen Unternehmerlohns oder Entnahmebedarfs berücksichtigt werden. So erkennen Sie, welchen Mindestüberschuss Ihr Unternehmen erwirtschaften muss, damit die Gründung auch persönlich tragfähig bleibt.

Wie wird der Break-even-Punkt in der Gründungsplanung ermittelt?

Der Break-even ist erreicht, wenn der Deckungsbeitrag aus den Umsätzen die Fixkosten und gegebenenfalls den eingeplanten Unternehmerlohn abdeckt. Dafür benötigen Sie den Verkaufspreis, die variablen Kosten je Einheit und die monatlichen Fixkosten; bei mehreren Leistungen sollte die unterschiedliche Marge je Angebot berücksichtigt werden.

Was tun Gründer, wenn die Rentabilitätsvorschau zunächst einen Verlust zeigt?

Ein geplanter Verlust in der Startphase ist nicht automatisch ein Ausschlusskriterium, muss aber zeitlich und finanziell begründet sein. Prüfen Sie, ob der Verlust durch Anlaufkosten entsteht, wann der operative Break-even erreicht werden soll und ob die notwendige Finanzierung beziehungsweise Liquiditätsreserve dafür ausreicht.

Wie oft sollten Gründer die Rentabilitätsvorschau aktualisieren?

In der Anfangsphase ist ein monatlicher Abgleich von Plan- und Ist-Werten sinnvoll, weil sich Auftragseingänge, Preise und Kosten schnell verändern können. Bewahren Sie frühere Versionen auf und dokumentieren Sie, ob eine Abweichung durch falsche Mengen, eine andere Kostenstruktur oder eine zeitliche Verschiebung verursacht wurde.

Checkliste
  • geplante Umsätze nach Produkten, Leistungen oder Kundengruppen,
  • variable Kosten je Auftrag oder verkaufter Einheit,
  • monatliche Fixkosten wie Miete, Software, Versicherungen und Personal,
  • ein angemessener Ansatz für den eigenen Unternehmerlohn,
  • ein Zeitraum von mindestens zwölf Monaten,
  • eine Erklärung, aus welchen Annahmen die Zahlen abgeleitet wurden.

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