Bonität als Selbstständiger verbessern: Was Banken sehen wollen

Lesedauer: 13 Min
Aktualisiert: 3. Juni 2026 06:32

Wer als Selbstständiger Kapital benötigt, steht vor einer besonderen Prüfung. Banken bewerten nicht nur die Geschäftsidee, sondern vor allem die Verlässlichkeit der Zahlen, die Liquidität und die Nachvollziehbarkeit der Einnahmen. Entscheidend ist, dass Ihre Unterlagen ein stabiles Bild ergeben und Rückfragen gar nicht erst entstehen. Genau dort setzt eine gute Vorbereitung an.

Wir betrachten dabei nicht nur die klassischen Unterlagen, sondern auch die Punkte, auf die Kreditgeber in der Praxis besonders achten: Einkommensstabilität, Eigenkapital, Kontoführung, bestehende Verpflichtungen und die Struktur Ihres Unternehmens. Wer diese Faktoren systematisch verbessert, erhöht die Chance auf bessere Konditionen und schnellere Zusagen.

Wie Banken Ihre wirtschaftliche Zuverlässigkeit einordnen

Bei Selbstständigen fehlt oft das feste Gehalt als einfache Referenz. Deshalb prüfen Banken mehrere Bausteine gemeinsam. Aus ihnen entsteht ein Gesamtbild, das Auskunft über die Tragfähigkeit Ihrer Finanzen gibt. Dazu gehören die private und die betriebliche Situation, die Qualität der Buchhaltung sowie die Entwicklung Ihrer Erträge über mehrere Monate oder Jahre.

Banken wollen vor allem wissen, ob Sie regelmäßige Zahlungsverpflichtungen auch in schwächeren Phasen bedienen können. Ein einzelner guter Monat reicht dafür nicht aus. Gefragt ist eine belastbare Entwicklung, die Schwankungen abfedert und Reserven sichtbar macht.

Diese Signale wirken positiv

  • kontinuierliche Umsätze über längere Zeiträume
  • nachvollziehbare betriebswirtschaftliche Auswertungen
  • geringe private und betriebliche Rückstände
  • saubere Kontoführung ohne häufige Rücklastschriften
  • klare Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Zahlungen

Die eigenen Unterlagen auf Bankniveau bringen

Ein überzeugender Antrag beginnt mit Ordnung. Je schneller die Bank Zusammenhänge erkennt, desto besser lässt sich die Anfrage bewerten. Unvollständige oder unscharfe Unterlagen erzeugen zusätzliche Prüfungen. Das kostet Zeit und kann zu vorsichtigen Einschätzungen führen.

Wir empfehlen deshalb eine strukturierte Vorbereitung in drei Schritten. Zuerst sammeln Sie alle relevanten Belege. Danach prüfen Sie, ob die Zahlen konsistent sind. Anschließend ordnen Sie die Unterlagen so, dass Außenstehende Ihre wirtschaftliche Lage ohne Nachfragen verstehen können.

  1. Aktuelle Steuerbescheide und betriebswirtschaftliche Auswertungen bereitstellen.
  2. Kontoauszüge der letzten Monate vollständig und nachvollziehbar sortieren.
  3. Offene Verbindlichkeiten, laufende Kredite und Leasingverträge erfassen.
  4. Liquiditätsplanung für die kommenden Monate ergänzen.
  5. Größere Schwankungen schriftlich erklären, sofern sie im Zahlenwerk sichtbar sind.

Warum die Kontoführung eine große Rolle spielt

Banken sehen in der Kontobewegung mehr als nur Buchungen. Sie erkennen daran, wie diszipliniert ein Unternehmen mit Geld umgeht. Häufige Überziehungen, unerwartete Bareinzahlungen oder unklare Privatentnahmen werfen Fragen auf. Eine ruhige, nachvollziehbare Kontostruktur wirkt deutlich stärker als ein Konto, das ständig an Grenzen stößt.

Anleitung
1Aktuelle Steuerbescheide und betriebswirtschaftliche Auswertungen bereitstellen.
2Kontoauszüge der letzten Monate vollständig und nachvollziehbar sortieren.
3Offene Verbindlichkeiten, laufende Kredite und Leasingverträge erfassen.
4Liquiditätsplanung für die kommenden Monate ergänzen.
5Größere Schwankungen schriftlich erklären, sofern sie im Zahlenwerk sichtbar sind.

Für die Bewertung zählt außerdem, ob Einnahmen regelmäßig eingehen und ob Ausgaben passend geplant sind. Wer seine Zahlungsströme im Blick behält, signalisiert nicht nur Organisation, sondern auch Krisenfestigkeit. Das kann im Antrag eine spürbare Rolle spielen.

Was Sie im Alltag anpassen können

  • Geschäftskonto und Privatkonto sauber trennen
  • Daueraufträge für fixe Betriebskosten nutzen
  • Rücklagen für Steuer, Investitionen und schwächere Monate bilden
  • unnötige Kleinstbewegungen vermeiden
  • regelmäßig prüfen, ob Lastschriften und Rückgaben vorkommen

Umsatz ist nicht gleich Tragfähigkeit

Ein hoher Umsatz überzeugt nur dann, wenn am Ende genug freie Mittel übrig bleiben. Banken betrachten deshalb auch Margen, laufende Kosten und die Fähigkeit, Darlehensraten aus dem laufenden Geschäft zu tragen. Gerade bei wachstumsstarken Firmen mit vielen Ausgaben kann der Kontostand täuschen. Entscheidend ist der Überschuss nach allen Verpflichtungen.

Wer hier gut aufgestellt sein will, sollte die wichtigsten Kennzahlen kennen. Dazu gehören nicht nur Erlöse, sondern auch Fixkosten, variable Kosten, Steuerlast und private Entnahmen. Aus diesen Angaben lässt sich ableiten, welche monatliche Belastung realistisch tragbar ist.

So erhöhen Sie die eigene Bewertung Schritt für Schritt

Eine bessere Einschätzung entsteht selten über Nacht. Meist ist es ein Zusammenspiel aus Vorbereitung, geordneten Zahlen und einer glaubwürdigen Planung. Wer einige Monate vor einer Finanzierung ansetzt, schafft deutlich bessere Ausgangsbedingungen.

  1. Alle Konten und Verbindlichkeiten erfassen.
  2. Monatliche Zahlungsfähigkeit sauber berechnen.
  3. Private Entnahmen auf ihre Wirkung für die Liquidität prüfen.
  4. Steuerrücklagen und Reserven aufbauen.
  5. Widersprüche zwischen Umsatz, Buchhaltung und Kontoauszügen beseitigen.
  6. Die nächsten zwölf Monate mit einer belastbaren Liquiditätsplanung abbilden.

Welche Rolle Schufa, Auskunfteien und Score-Werte spielen

Neben den Unternehmenszahlen betrachten viele Institute auch private Auskunfteien. Für Selbstständige ist das besonders relevant, weil private und geschäftliche Stabilität oft gemeinsam bewertet werden. Offene Mahnverfahren, häufige Umzüge, geplatzte Raten oder überzogene Kreditkarten können die Entscheidung beeinflussen, selbst wenn das Unternehmen solide läuft.

Deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die eigenen Einträge. Fehlerhafte oder veraltete Daten sollten Sie zügig prüfen lassen. Schon kleine Korrekturen können das Gesamtbild verbessern, wenn die Bank mehrere Signale gleichzeitig auswertet.

Eigenkapital und Sicherheiten richtig einordnen

Mehr Eigenkapital verbessert in vielen Fällen die Verhandlungsposition. Es zeigt, dass Sie selbst einen Teil des Risikos tragen und nicht ausschließlich auf Fremdkapital angewiesen sind. Auch Sicherheiten können helfen, sofern sie wirtschaftlich sinnvoll und sauber dokumentiert sind.

Wichtig ist jedoch die Relation. Eine Finanzierung wirkt dann tragfähiger, wenn Höhe, Laufzeit und monatliche Belastung zur Ertragslage passen. Je besser diese Abstimmung gelingt, desto eher fällt die Prüfung positiv aus.

Wenn die Zahlen schwanken

Schwankungen sind im selbstständigen Bereich normal. Entscheidend ist nicht die völlige Gleichmäßigkeit, sondern der Umgang damit. Saisonale Muster, projektbezogene Erlöse oder branchenübliche Ausschläge lassen sich erklären, wenn die Unterlagen dafür genug Substanz bieten.

Wir sollten solche Veränderungen nicht nur behaupten, sondern in den Zahlen sichtbar machen. Eine gut vorbereitete Übersicht mit Monatswerten, Auftragslage und kommenden Zahlungseingängen hilft der Bank, Unregelmäßigkeiten richtig einzuordnen. Dadurch wird aus einer unsicheren Kurve ein nachvollziehbarer Geschäftsverlauf.

Unterlagen, die im Antrag häufig den Ausschlag geben

  • aktuelle Steuerbescheide
  • BWA mit aktueller Summen- und Saldenliste
  • betriebliche und private Kontoauszüge
  • Umsatzübersichten der letzten Monate
  • bestehende Kredit- und Leasingverträge
  • Aufstellung der laufenden Kosten
  • Liquiditätsplanung für die nächsten Monate
  • Nachweise zu vorhandenen Sicherheiten

Wer diese Dokumente vollständig und verständlich einreicht, nimmt der Bank viel Interpretationsspielraum. Das erleichtert die Prüfung und stärkt die eigene Position im Gespräch. Besonders wichtig ist, dass alle Zahlen zueinander passen und nachvollziehbar aufeinander aufbauen.

Was im Gespräch mit der Bank überzeugen kann

Neben den Unterlagen zählt die Art, wie Sie Ihr Unternehmen darstellen. Eine klare, sachliche Darstellung wirkt deutlich besser als ausweichende Erklärungen. Zeigen Sie, wie Ihr Geschäftsmodell funktioniert, welche Kundenstruktur dahintersteht und wie Zahlungen abgesichert sind. Auch Risiken dürfen benannt werden, sofern sie mit Gegenmaßnahmen verbunden sind.

Hilfreich ist eine kurze Gliederung für das Gespräch: Ausgangslage, Ertragslage, Kostenstruktur, Sicherheiten, Planung. So behalten Sie den roten Faden und können auf Rückfragen ruhig eingehen. Eine gute Vorbereitung schafft hier oft mehr als einzelne starke Kennzahlen.

Typische Schwachstellen und wie Sie sie entschärfen

Ein häufiger Stolperstein sind fehlende oder widersprüchliche Angaben. Ebenso problematisch sind private Ausgaben über das Geschäftskonto oder unklare Rücklagen. Solche Punkte lassen sich oft verbessern, wenn Sie frühzeitig Ordnung schaffen und Ihre Finanzstruktur konsequent anpassen.

Auch zu optimistische Planwerte sind kritisch. Banken vergleichen Prognosen mit der tatsächlichen Entwicklung. Deshalb sollten Annahmen realistisch und belegt sein. Wer vorsichtig kalkuliert und seine Zahlen stimmig präsentiert, baut deutlich mehr Vertrauen auf als mit überzogenen Erwartungen.

Finanzierungsanlässe so aufbereiten, dass sie prüfbar werden

Banken bewerten nicht nur, ob Ihre Zahlen gut aussehen, sondern auch, ob Ihr Vorhaben nachvollziehbar aufgebaut ist. Für uns bedeutet das: Je klarer der Anlass einer Finanzierung beschrieben ist, desto leichter lässt sich Ihre wirtschaftliche Stabilität einordnen. Eine saubere Trennung zwischen laufendem Betrieb, Investitionen, Liquiditätsreserve und privaten Entnahmen schafft Vertrauen, weil der Mittelbedarf nicht beliebig wirkt.

Wir empfehlen, jeden Finanzierungsantrag mit einer eindeutigen Verwendung zu verknüpfen. Dazu gehören der Zweck, der Zeitplan, die erwarteten Effekte auf Umsatz oder Kosten und die Frage, wie die Rückführung getragen wird. Wer das sauber darstellen kann, zeigt nicht nur Bedarf, sondern auch Steuerungsfähigkeit.

  • Investitionen nach Funktion gliedern, etwa Technik, Fuhrpark, Ausstattung oder Software.
  • Laufende Liquidität getrennt von Wachstumsvorhaben ausweisen.
  • Private und betriebliche Mittelzuflüsse nicht vermischen.
  • Rückzahlungsquelle und Rückzahlungsrhythmus in einer einfachen Logik darstellen.

Wirtschaftliche Planung mit belastbaren Annahmen hinterlegen

Ein professioneller Plan überzeugt nicht durch Optimismus, sondern durch Plausibilität. Banken achten darauf, ob Ihre Annahmen zu Branche, Auftragslage, Saisonverlauf und Zahlungszielen passen. Deshalb lohnt es sich, Umsätze, Kosten und Liquiditätsentwicklung nicht nur als Jahreswerte zu betrachten, sondern monatlich oder zumindest quartalsweise aufzuschlüsseln.

Besonders wichtig sind Annahmen zu Auslastung, Deckungsbeiträgen, Zahlungsfristen und Fixkosten. Wer seine Planung in mehrere Szenarien unterteilt, macht Risiken sichtbar und zeigt zugleich, wie die Geschäftstätigkeit auch unter schwächeren Bedingungen tragfähig bleiben kann. Das stärkt die Aussagekraft Ihrer Unterlagen deutlich.

So bauen wir eine belastbare Planung auf

  1. Ausgangsdaten aus Buchhaltung, EÜR oder BWA übernehmen.
  2. Ein realistisches Basisszenario formulieren.
  3. Ein vorsichtigeres Szenario mit geringerer Auslastung ergänzen.
  4. Auswirkungen auf Liquidität und Tilgungsfähigkeit berechnen.
  5. Ergebnis und Annahmen in wenigen, klaren Punkten dokumentieren.

Verbindlichkeiten und laufende Verpflichtungen sauber steuern

Neben Umsatz und Gewinn spielt für Banken die Frage eine große Rolle, wie stark Ihr Unternehmen bereits gebunden ist. Dazu zählen nicht nur Kredite, sondern auch Leasingverträge, Kontokorrentlinien, Bürgschaften, Steuerstundungen und regelmäßig wiederkehrende Verpflichtungen. Ein unvollständiger Überblick führt schnell zu einer zu optimistischen Einschätzung der freien finanziellen Spielräume.

Hilfreich ist eine strukturierte Übersicht, in der alle Verpflichtungen mit Restlaufzeit, monatlicher Belastung und Zweck aufgeführt sind. So können Sie zeigen, dass Sie Ihre gesamte Finanzierungsarchitektur im Blick haben. Das verbessert die Einordnung der Bonität, weil versteckte Risiken seltener übersehen werden.

  • Alle Verträge mit monatlicher Rate und Restschuld auflisten.
  • Fälligkeiten nach kurz-, mittel- und langfristig sortieren.
  • Stille Belastungen wie Garantien oder Haftungszusagen einbeziehen.
  • Vorhandene Linien nur im tatsächlich benötigten Umfang ausschöpfen.

Unternehmensführung so dokumentieren, dass sie nachprüfbar bleibt

Eine gute Bonität ist nicht allein eine Rechenfrage. Sie spiegelt auch wider, wie sorgfältig ein Unternehmen geführt wird. Banken achten darauf, ob Zahlen fristgerecht vorliegen, ob Anforderungen konsistent beantwortet werden und ob interne Abläufe verlässlich wirken. Das betrifft etwa Buchhaltungsstand, Steuerunterlagen, Verträge und die Qualität Ihrer Kommunikation mit Kreditinstituten.

Wir sehen in der Praxis häufig, dass saubere Prozesse die Wahrnehmung deutlich verbessern. Wer Unterlagen strukturiert ablegt, Anfragen zügig beantwortet und betriebliche Entscheidungen dokumentiert, signalisiert Stabilität. Das gilt besonders dann, wenn das Geschäft von einzelnen Kunden, Projekten oder saisonalen Schwankungen geprägt ist.

Praktische Ordnung im Tagesgeschäft

  • Belege und Auswertungen monatlich abschließen statt später zu sammeln.
  • Steuerliche Fristen mit einem festen internen Ablauf verbinden.
  • Bankrelevante Dokumente in einer eigenen, aktuellen Mappe bereithalten.
  • Abweichungen zwischen Planung und Realität kurz erläutern, statt sie offen zu lassen.

Gespräche mit Kreditgebern strategisch vorbereiten

Im Bankgespräch zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art der Darstellung. Wer seine Zahlen in einer stringenten Reihenfolge erklärt, erleichtert die Prüfung erheblich. Beginnen Sie mit dem Anlass, führen Sie dann die wirtschaftliche Basis aus und schließen Sie mit der Rückzahlungslogik. So entsteht ein vollständiges Bild, das ohne Umwege verständlich bleibt.

Wir raten dazu, kritische Punkte nicht zu umgehen. Schwankende Umsätze, jüngere Rückstände oder erhöhte Kontobelastungen lassen sich besser einordnen, wenn Sie die Ursache, die Gegenmaßnahmen und den erwarteten Effekt direkt benennen. Das schafft Transparenz und verhindert, dass einzelne Auffälligkeiten übergewichtet werden.

So strukturieren Sie die Argumentation im Gespräch

  1. Anlass und Ziel der Anfrage in einem Satz benennen.
  2. Die wirtschaftliche Entwicklung mit den wichtigsten Kennzahlen erklären.
  3. Risiken offen ansprechen und mit Maßnahmen verbinden.
  4. Rückführung, Sicherheiten und zeitliche Perspektive zusammenführen.

Mehr Bonität durch verlässliche Entwicklung statt durch einmalige Effekte

Banken interessieren sich besonders für Muster. Ein einzelner starker Monat oder ein außergewöhnlicher Auftrag verbessert die Einschätzung nur begrenzt, wenn die Gesamtlage nicht stabil ist. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Entwicklung über mehrere Perioden hinweg. Dazu gehören gleichbleibende Zahlungsmoral, geordnete Kontoführung, disziplinierte Entnahmen und eine Vermögenslage, die nicht dauerhaft angespannt wirkt.

Wer die eigene Bonität als Selbstständiger verbessern will, sollte deshalb an mehreren Stellen parallel arbeiten: an der Qualität der Zahlen, an der Übersicht über Verbindlichkeiten, an der internen Organisation und an einer realistischen Kommunikation mit der Bank. Genau diese Kombination macht die Tragfähigkeit eines Unternehmens sichtbar und erhöht die Chance auf bessere Konditionen sowie belastbarere Kreditentscheidungen.

Häufige Fragen zur Verbesserung der Bonität im Selbstständigenstatus

Wie lange dauert es, bis sich eine bessere Bonität bemerkbar macht?

Das hängt davon ab, welche Punkte Ihre Bewertung belasten und wie konsequent Sie die relevanten Stellschrauben bearbeiten. Einzelne Verbesserungen, etwa eine sauberere Kontoführung oder korrigierte Auskunftei-Einträge, können relativ schnell Wirkung zeigen; ein stabiler Gesamteindruck braucht meist mehrere Monate.

Welche Unterlagen prüft eine Bank bei Selbstständigen besonders genau?

Im Fokus stehen in der Regel aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen, Steuerbescheide, Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder Jahresabschlüsse sowie Kontoauszüge. Ergänzend bewertet die Bank häufig Auftragslage, Liquiditätsentwicklung, Eigenkapitalbasis und die Nachvollziehbarkeit Ihrer Planung.

Ist ein schwankender Umsatz automatisch ein Nachteil?

Schwankungen sind bei Selbstständigen üblich und allein noch kein Ausschlussgrund. Entscheidend ist, ob wir daraus ein belastbares Muster ableiten können und ob die Liquidität auch in schwächeren Phasen gesichert bleibt.

Welche Rolle spielt die private Bonität neben der geschäftlichen Seite?

Bei vielen Finanzierungen betrachten Institute beide Ebenen gemeinsam. Eine saubere private Zahlungshistorie, wenige unnötige Kreditanfragen und keine offenen Negativmerkmale stärken das Gesamtbild deutlich.

Wie wichtig ist Eigenkapital bei der Bewertung?

Eigenkapital signalisiert finanzielle Stabilität und erhöht die Bereitschaft der Bank, Risiken mitzutragen. Es geht dabei nicht nur um die absolute Höhe, sondern auch darum, ob Sie Reserven aufgebaut haben und diese plausibel zur Finanzierung passen.

Was tun wir bei fehlerhaften Einträgen bei Auskunfteien?

Fehlerhafte oder veraltete Daten sollten Sie umgehend schriftlich prüfen und korrigieren lassen. Eine bereinigte Datenbasis ist wichtig, weil selbst kleine Unstimmigkeiten die Einschätzung spürbar beeinflussen können.

Wie lässt sich die Kontoführung bankenfreundlicher gestalten?

Hilfreich sind klare Zahlungseingänge, keine vermeidbaren Rücklastschriften und ein Dispokonto, das nicht dauerhaft ausgereizt wird. Auch eine Trennung zwischen privaten und betrieblichen Zahlungsströmen macht Ihre Unterlagen leichter prüfbar.

Welche Rolle spielt die Art der Finanzierung?

Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Zweck erheblich. Für Betriebsmittel, Investitionen oder eine Umschuldung bewertet die Bank jeweils andere Kennzahlen, Laufzeiten und Sicherheiten, weshalb Sie den Antrag immer passgenau aufbauen sollten.

Kann eine längere Unternehmenshistorie die Bewertung verbessern?

Ja, weil eine belastbare Historie Stabilität und Erfahrung dokumentiert. Je länger Sie geordnete Zahlen, verlässliche Abläufe und nachvollziehbare Entwicklungen vorweisen können, desto einfacher fällt die Risikoeinschätzung meist aus.

Welche Fehler führen in der Praxis besonders oft zu einer schwächeren Einschätzung?

Problematisch sind unvollständige Unterlagen, widersprüchliche Angaben und zu optimistische Planungen ohne belastbare Grundlage. Ebenso ungünstig ist es, Anfragen gleichzeitig bei mehreren Banken zu stellen, ohne den Bedarf sauber zu begründen.

Wie gehen wir am besten vor, bevor wir einen Finanzierungsantrag stellen?

Zuerst sollten Sie Ihre Unterlagen vollständig ordnen, die aktuelle Bonität prüfen und offene Schwachstellen bereinigen. Danach lohnt sich eine realistische Finanzplanung mit nachvollziehbaren Annahmen, damit der Antrag fachlich stimmig und gut begründet wirkt.

Fazit

Eine überzeugende Bonität entsteht bei Selbstständigen nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein stimmiges Gesamtbild aus Zahlen, Kontoführung, Dokumentation und Planung. Wer diese Punkte systematisch aufbereitet, verbessert die Chancen im Finanzierungsgespräch deutlich und schafft eine stabile Grundlage für weitere Vorhaben.

Checkliste
  • kontinuierliche Umsätze über längere Zeiträume
  • nachvollziehbare betriebswirtschaftliche Auswertungen
  • geringe private und betriebliche Rückstände
  • saubere Kontoführung ohne häufige Rücklastschriften
  • klare Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Zahlungen

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