SaaS-Kosten berechnen: Wie teuer Software im Betrieb wirklich wird

Lesedauer: 12 Min
Aktualisiert: 2. Juni 2026 22:06

Viele Unternehmen betrachten bei einer Software vor allem die monatliche Lizenzgebühr. In der Praxis reicht dieser Wert jedoch nicht aus, um die tatsächliche Belastung für das Budget zu erfassen. Erst wenn wir alle direkten und indirekten Kosten einbeziehen, wird sichtbar, welche Lösung wirtschaftlich tragfähig ist und wo sich unnötige Ausgaben verstecken.

Gerade bei cloudbasierten Anwendungen entstehen Kosten nicht nur durch Abonnements. Hinzu kommen Nutzerlizenzen, Einrichtungsaufwand, Integrationen, Schulungen, Support, Datenmigration, Sicherheitsanforderungen und oft auch interne Arbeitszeit. Wer sauber kalkuliert, vermeidet Fehleinschätzungen und kann Angebote auf einer belastbaren Grundlage vergleichen.

Welche Kostenarten in die Kalkulation gehören

Für eine vollständige Berechnung betrachten wir nicht nur die offensichtlichen Positionen auf der Rechnung, sondern den gesamten Lebenszyklus der Software im Unternehmen. Dazu gehören einmalige Startkosten ebenso wie laufende Betriebskosten und seltener auftretende Sonderaufwände.

Einmalige Kosten beim Start

  • Einrichtung des Mandanten oder der Organisation
  • Konfiguration von Rollen, Rechten und Workflows
  • Datenimport aus Altsystemen
  • Schnittstellenanbindung an bestehende Systeme
  • Schulungen für Teams und Admins
  • Interne Projektzeit für Abstimmungen und Tests

Laufende Kosten im Betrieb

  • Monatliche oder jährliche Lizenzgebühren
  • Zusätzliche Nutzerkonten oder Funktionspakete
  • Speicher- und Transaktionsvolumen
  • Support- oder Servicegebühren
  • Wartung von Integrationen und Automatisierungen
  • Interne Administration und Qualitätssicherung

Versteckte oder leicht übersehene Kosten

  • Aufwand für Prozessanpassungen im Team
  • Produktivitätsverlust während der Umstellung
  • Mehrkosten durch Datenbereinigungen
  • Zusätzliche Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen
  • Lizenzreserven für Wachstum oder Fluktuation
  • Wechselkosten bei einem späteren Anbieterwechsel

Die passende Rechenlogik für Unternehmen

Eine saubere Kalkulation beginnt mit der Frage, welchen Zeitraum wir betrachten. Für strategische Entscheidungen eignet sich meist ein Zeitraum von zwölf, 24 oder 36 Monaten. So werden Einmalkosten nicht aus dem Blick verloren und lassen sich mit den laufenden Gebühren in Beziehung setzen.

Anleitung
1Alle Startkosten erfassen.
2Alle wiederkehrenden Gebühren auf den Betrachtungszeitraum hochrechnen.
3Variable Zusatzkosten je Nutzungseinheit ergänzen.
4Interne Aufwände in Stunden erfassen und mit realistischen Stundensätzen bewerten.
5Gesamtsumme bilden und auf die Nutzungsgröße herunterbrechen.

Die Grundformel ist einfach: Wir addieren alle Kosten über den betrachteten Zeitraum und teilen sie durch die relevante Nutzungsgröße. Das kann ein Monat, ein Team, ein Standort, ein Vorgang oder ein aktiver Nutzer sein. Auf diese Weise entsteht ein Vergleichswert, der mehr aussagt als der reine Listenpreis.

Für die Praxis empfehlen wir folgende Struktur:

  1. Alle Startkosten erfassen.
  2. Alle wiederkehrenden Gebühren auf den Betrachtungszeitraum hochrechnen.
  3. Variable Zusatzkosten je Nutzungseinheit ergänzen.
  4. Interne Aufwände in Stunden erfassen und mit realistischen Stundensätzen bewerten.
  5. Gesamtsumme bilden und auf die Nutzungsgröße herunterbrechen.

Gerade der letzte Schritt ist wichtig, weil erst dann sichtbar wird, ob ein scheinbar günstiges Angebot im Verhältnis zur Nutzung teuer wird. Ein Tool mit niedrigem Grundpreis kann durch teure Zusatzmodule, Supportstufen oder Integrationsaufwand schnell deutlich über dem erwarteten Rahmen liegen.

Interne Arbeitszeit richtig ansetzen

Ein häufiger Fehler besteht darin, nur externe Rechnungen zu erfassen. In vielen Unternehmen verursacht die interne Bearbeitung jedoch einen beträchtlichen Anteil der Gesamtkosten. Dazu zählen Projektleitung, Abstimmungen mit Fachbereichen, Testphasen, Fehlerkorrekturen und laufende Administration.

Für die Bewertung verwenden wir einen internen Stundensatz, der nicht nur das Gehalt abbildet, sondern auch Lohnnebenkosten, Overhead und Arbeitsplatzkosten berücksichtigt. Je nach Rolle kann dieser Wert erheblich variieren. Für eine belastbare Schätzung lohnt es sich, mit mehreren Stufen zu arbeiten, etwa für Fachanwender, Admins und Führungskräfte.

Wichtig ist außerdem, die Zeit sauber abzugrenzen. Nicht jede Minute ist direkt der Software zuzurechnen. Relevant sind nur die Aufwände, die ohne das System nicht in dieser Form oder in diesem Umfang anfallen würden. So bleibt die Kalkulation nachvollziehbar und belastbar.

Lizenzmodelle verstehen und vergleichen

SaaS-Anbieter verwenden unterschiedliche Preismechaniken. Wer diese Mechaniken nicht sauber auseinanderhält, vergleicht am Ende Äpfel mit Birnen. Deshalb sollten Sie das jeweilige Modell zunächst präzise lesen und erst danach in Zahlen übersetzen.

Typische Abrechnungsmodelle

  • Preis pro Benutzer oder Nutzerrolle
  • Preis pro aktiver Nutzungseinheit
  • Preis nach Funktionsumfang
  • Preis nach Datenvolumen oder Speicher
  • Preis nach Transaktionen, Vorgängen oder API-Aufrufen
  • Pauschalpreise mit gestaffelten Limits

Besonders wichtig sind Schwellenwerte. Viele Tarife wirken zunächst kalkulierbar, springen aber ab einer bestimmten Nutzerzahl oder Nutzungsschwelle in eine andere Preisstufe. Für wachsende Unternehmen ist das ein zentraler Punkt, weil die Kostenkurve mit steigender Nutzung schnell anzieht.

Ein Vergleich, der wirklich aussagekräftig ist

Ein valider Vergleich braucht dieselbe Bezugsgröße für alle Angebote. Wir empfehlen, die Kosten immer auf einen klaren Betriebsfall zu beziehen, etwa auf 20 Anwender, 5.000 Vorgänge pro Monat oder einen definierten Geschäftsbereich. Nur so lassen sich Tarife objektiv nebeneinanderstellen.

Hilfreich ist eine einfache Vergleichsmatrix mit den Spalten Preisbestandteil, Anbieter A, Anbieter B und Anbieter C. Ergänzen Sie dort jeweils Startkosten, monatliche Gebühren, variable Kosten, Integrationen, Support, Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen. Auf dieser Basis wird schnell sichtbar, welches Modell im Alltag die bessere Wirtschaftlichkeit liefert.

  • Tarifpreis
  • Pflichtmodule
  • Zusatzfunktionen
  • Einrichtung
  • Schnittstellen
  • Schulung
  • Supportniveau
  • Vertragsbindung

Skalierung, Wachstum und Nutzerwechsel einplanen

Eine gute Kalkulation berücksichtigt nicht nur den aktuellen Stand, sondern auch das wahrscheinliche Wachstum. Neue Mitarbeitende, zusätzliche Standorte oder mehr Transaktionen verändern die Kostenstruktur oft stärker, als es im ersten Angebotsgespräch erscheint.

Planen Sie deshalb drei Szenarien: den heutigen Bedarf, eine moderate Erweiterung und eine stärkere Ausbaustufe. So sehen Sie, wie sich der Preis entwickelt, sobald mehr Nutzer, mehr Daten oder zusätzliche Prozesse dazukommen. Gerade bei schnell wachsenden Teams ist diese Betrachtung entscheidend für die Budgetplanung.

Auch Wechselkosten gehören in diese Überlegung. Wer später den Anbieter tauschen möchte, trägt oft Kosten für Datenexport, Neuimplementierung, Schulung und Parallelbetrieb. Diese Aufwände treten nicht jeden Monat auf, sie beeinflussen aber den wirtschaftlichen Gesamtwert erheblich.

So gehen Sie bei der Kalkulation systematisch vor

Für eine robuste Bewertung empfehlen wir eine feste Reihenfolge. Das reduziert Lücken und verhindert, dass wichtige Positionen untergehen.

  1. Den geplanten Anwendungsbereich sauber definieren.
  2. Alle Nutzergruppen und Rollen erfassen.
  3. Preisblatt, Zusatzmodule und Vertragsdetails zusammentragen.
  4. Einmalkosten getrennt von laufenden Kosten notieren.
  5. Interne Zeitaufwände pro Phase schätzen.
  6. Integrationen, Speicher und Support in Zahlen fassen.
  7. Die Gesamtkosten auf einen gewählten Zeitraum hochrechnen.
  8. Die Summe auf Nutzer, Vorgang oder Monat herunterbrechen.
  9. Mehrere Szenarien vergleichen.

Wenn Sie diese Reihenfolge konsequent einhalten, wird die Kalkulation transparenter und deutlich belastbarer. Vor allem bei mehreren Anbietern zeigt sich schnell, wo versteckte Zusatzkosten liegen und welche Lösung auf Dauer wirtschaftlich bleibt.

Welche Kennzahlen für die Entscheidung wichtig sind

Für die Bewertung von SaaS-Lösungen sind einige Kennzahlen besonders hilfreich. Sie erleichtern den Vergleich und machen unterschiedliche Angebote besser messbar.

  • Total Cost of Ownership über den Betrachtungszeitraum
  • Kosten pro Nutzer und Monat
  • Kosten pro Vorgang oder Transaktion
  • Einmalkostenquote im Verhältnis zu den laufenden Gebühren
  • Aufwand für Administration und Support
  • Kostenanstieg bei zusätzlicher Nutzung

Diese Kennzahlen ersetzen keine betriebswirtschaftliche Gesamtprüfung, aber sie schaffen eine solide Grundlage für Gespräche mit Fachbereichen, Einkauf und Geschäftsführung. Wer sauber argumentieren möchte, kann mit diesen Werten Preisunterschiede nachvollziehbar erklären.

Typische Fehler in der Praxis

Viele Fehlentscheidungen entstehen nicht durch schlechte Software, sondern durch unvollständige Kalkulationen. Besonders häufig bleiben interne Aufwände unberücksichtigt oder es werden nur die Kosten des ersten Vertragsjahres betrachtet.

Ein weiterer Fehler ist die Vermischung von Listenpreis und tatsächlichem Nutzungsprofil. Ein Paket mit vielen Funktionen wirkt zunächst attraktiv, verursacht aber unnötige Ausgaben, wenn nur ein kleiner Teil davon genutzt wird. Umgekehrt kann eine schlanke Lösung teurer werden, sobald für wichtige Abläufe teure Zusatzmodule nötig sind.

Auch Vertragslaufzeiten verdienen Beachtung. Lange Bindungen senken nicht automatisch die Kosten. Sie können vielmehr Flexibilität kosten, wenn sich Prozesse, Teams oder Marktbedingungen schneller ändern als erwartet.

Je präziser wir die Nutzung, die Zusatzkosten und die internen Aufwände erfassen, desto verlässlicher wird die Entscheidung. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer oberflächlichen Preisbetrachtung und einer echten Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Kosten sauber auf Monate, Jahre und Nutzer herunterbrechen

Damit Sie Software wirtschaftlich bewerten können, reicht eine bloße Monatsgebühr nicht aus. Entscheidend ist, wie sich alle Positionen über die Nutzungsdauer verteilen und welche Belastung daraus pro Monat, pro Team und pro aktivem Nutzer entsteht. Erst diese Sicht zeigt, ob ein Tool im Tagesgeschäft tragfähig bleibt oder ob es im Zeitverlauf deutlich teurer wird als zunächst angenommen.

Wir arbeiten deshalb mit mehreren Perspektiven gleichzeitig: Gesamtaufwand, laufender Durchschnitt pro Monat und Kosten je Nutzer oder je Use Case. Diese Betrachtung hilft besonders dann, wenn verschiedene Abteilungen unterschiedliche Funktionen nutzen oder wenn eine Lösung nur in Teilbereichen eingesetzt wird. Für eine belastbare Bewertung sollten Sie außerdem mit realistischen Zeiträumen rechnen, etwa zwölf, 24 oder 36 Monate, statt nur mit dem ersten Vertragsjahr.

Ein sauberer Ansatz trennt feste Grundkosten von variablen Effekten. So erkennen Sie, welche Ausgaben auch bei wenigen Anwendern anfallen und welche Kosten mit Wachstum steigen. Genau diese Unterscheidung ist wichtig, um spätere Budgetabweichungen zu vermeiden und die Wirtschaftlichkeit nicht durch zu optimistische Annahmen zu verfälschen.

Vertragslaufzeiten, Mindestabnahmen und Preisstaffeln einordnen

Viele SaaS-Anbieter kalkulieren nicht nur nach Anzahl der Lizenzen, sondern auch nach Laufzeit, Funktionsumfang oder Aktivität. Für Unternehmen ist deshalb entscheidend, wie stark ein Preis an Vertragsbedingungen gekoppelt ist. Ein niedriger Einstiegspreis kann durch längere Bindungen, verpflichtende Jahreszahlung oder hohe Aufpreise bei monatlicher Kündbarkeit deutlich relativiert werden.

Prüfen Sie außerdem, ob Preisstaffeln gleichmäßig verlaufen oder ob bestimmte Schwellen sprunghafte Mehrkosten auslösen. Gerade bei wachsenden Teams führt das oft zu einem sogenannten Kostenknick: Bis zu einer bestimmten Nutzerzahl ist der Tarif wirtschaftlich, danach steigt der Durchschnittspreis spürbar. Solche Schwellen sollten Sie bereits in der Planung sichtbar machen.

  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen
  • Mindestanzahl an Lizenzen oder Modulen
  • Rabatte bei jährlicher Vorauszahlung
  • Preissprünge bei höheren Nutzerstufen
  • Aufschläge für Zusatzfunktionen oder Premium-Support

Für die Bewertung empfiehlt sich ein Szenariovergleich über mindestens zwei bis drei Tarifstufen. So sehen Sie, wie sich die Gesamtkosten entwickeln, wenn Sie Mitarbeiter einstellen, Teams umstrukturieren oder Funktionen später nachrüsten. Genau hier trennt sich günstige Planung von einer rein nominellen Preisbetrachtung.

Interne Kontrollpunkte für eine belastbare Budgetfreigabe

Eine professionelle SaaS-Bewertung endet nicht bei der Kalkulation, sondern führt in eine klare Freigabelogik. Wir empfehlen, die Entscheidung an interne Kontrollpunkte zu knüpfen. Dazu gehören die fachliche Notwendigkeit, die technische Einbettung, die Wirtschaftlichkeit und die organisatorische Umsetzbarkeit. Nur wenn alle vier Ebenen tragfähig sind, entsteht ein belastbares Beschaffungsergebnis.

Besonders wichtig ist die Abstimmung zwischen Fachbereich, IT, Einkauf und Buchhaltung. Der Fachbereich bewertet Nutzen und Prozessverbesserung, die IT prüft Sicherheit und Integration, der Einkauf achtet auf Vertragskonditionen und die Buchhaltung auf saubere Abbildung im Rechnungswesen. Fehlt eine dieser Perspektiven, entstehen häufig spätere Nachverhandlungen oder unerwartete Zusatzkosten.

  1. Bedarf und Zielbild festlegen.
  2. Tarifstruktur und Vertragsmodell dokumentieren.
  3. Einmalige und laufende Kosten vollständig erfassen.
  4. Integrationen, Schulung und internen Aufwand ergänzen.
  5. Die Kosten über einen realistischen Zeitraum hochrechnen.
  6. Den Nutzen in Zeitersparnis, Qualität oder Umsatzwirkung bewerten.
  7. Freigabe mit Verantwortlichkeiten und Budgetrahmen dokumentieren.

Diese Reihenfolge sorgt dafür, dass die Entscheidung nachvollziehbar bleibt. Vor allem bei mehreren Stakeholdern ist es sinnvoll, die zugrunde liegenden Annahmen schriftlich festzuhalten. Dann lassen sich Abweichungen später schnell erklären und Anpassungen gezielt vornehmen.

Risikopuffer und Nachsteuerung in die Planung aufnehmen

Selbst sehr sorgfältige Kalkulationen brauchen einen Puffer. Bei SaaS entstehen Abweichungen häufig nicht durch den Lizenzpreis selbst, sondern durch veränderte Nutzung, zusätzliche Integrationen oder neue Compliance-Anforderungen. Wer den Puffer nur pauschal ansetzt, verschenkt jedoch Genauigkeit. Besser ist eine differenzierte Reserve für technische, organisatorische und vertragliche Risiken.

Technische Risiken betreffen etwa Schnittstellen, Datenmigration oder Zusatzaufwand bei Updates. Organisatorische Risiken entstehen, wenn das Tool im Team langsamer angenommen wird als erwartet und dadurch doppelte Prozesse bestehen bleiben. Vertragliche Risiken ergeben sich aus Preisanpassungsklauseln, Wechselkosten oder Mindestlaufzeiten. Jeder dieser Punkte wirkt unterschiedlich auf die Gesamtkosten und sollte daher separat betrachtet werden.

Für die Nachsteuerung lohnt sich ein fester Prüfzyklus, etwa quartalsweise. In diesem Rhythmus vergleichen wir Plan und Ist, bewerten die tatsächliche Nutzung und prüfen, ob Lizenzen reduziert, erweitert oder anders zugeordnet werden müssen. So bleibt die Software nicht nur im ersten Jahr, sondern dauerhaft wirtschaftlich steuerbar.

Ein zusätzlicher Vorteil dieser Vorgehensweise liegt in der Verhandlungsposition. Wer seine tatsächlichen Nutzungsdaten kennt, kann Tarife gezielt anpassen oder in Gespräche mit Anbietern auf einer fundierten Basis gehen. Dadurch werden aus groben Schätzungen belastbare Entscheidungsgrundlagen, die im laufenden Betrieb echten Mehrwert schaffen.

Häufige Fragen zur Kalkulation von SaaS-Ausgaben

Warum reicht der reine Abo-Preis für eine belastbare Kalkulation nicht aus?

Der Listenpreis bildet nur einen Teil der tatsächlichen Belastung ab. Erst durch Einführung, Schulung, interne Betreuung, Integrationen, Zusatzmodule und spätere Anpassungen entsteht ein realistisches Bild der Gesamtkosten.

Welche Kostenpunkte werden in Unternehmen besonders häufig übersehen?

Oft bleiben interne Aufwände, Schnittstellenarbeit, Datenmigration und das Management von Berechtigungen unberücksichtigt. Auch Kosten für höhere Supportstufen, zusätzliche Umgebungen oder wachsende Nutzerzahlen werden in frühen Planungen häufig zu niedrig angesetzt.

Wie lässt sich der Aufwand für die interne Arbeitszeit sinnvoll bewerten?

Wir setzen die Stunden aller beteiligten Rollen mit ihren tatsächlichen Vollkosten an, nicht nur mit dem reinen Gehalt. Dazu gehören Sozialabgaben, Gemeinkosten und die Zeit, die während Einführung, Betrieb und Optimierung gebunden ist.

Welche Laufzeit eignet sich für einen fairen Vergleich von Angeboten?

Für Business-Entscheidungen ist ein Zeitraum von mindestens zwölf bis 36 Monaten meist deutlich aussagekräftiger als ein Monatsvergleich. So werden Einführungsaufwand, Vertragswechsel, Preissteigerungen und Skalierungseffekte in die Betrachtung einbezogen.

Wie gehen wir bei mehreren Tarifen oder Lizenzstufen vor?

Wir prüfen nicht nur den Einstiegstarif, sondern auch den Preis bei wachsender Nutzung, zusätzlichen Funktionen und möglichen Staffelungen. Entscheidend ist, wie sich der Gesamtpreis entwickelt, sobald Ihr Team größer wird oder mehr Leistung benötigt.

Welche Rolle spielen Integrationen in der Gesamtrechnung?

Integrationen entscheiden oft darüber, ob eine Lösung im Alltag effizient arbeitet oder zusätzliche manuelle Schritte erzeugt. Neben Einrichtung und Wartung sollten Sie auch die Kosten für Middleware, API-Limits, Fehlerbehebung und technische Abstimmung berücksichtigen.

Wie vermeiden wir, dass spätere Preisänderungen die Planung verzerren?

Wir kalkulieren mit Szenarien statt mit einem einzigen Idealwert. Sinnvoll ist ein Basisszenario, ein Wachstumsszenario und ein Belastungsszenario, damit Preisanpassungen, Nutzerzuwachs oder zusätzliche Module nicht erst im Betrieb auffallen.

Welche Kennzahlen helfen bei der Bewertung von SaaS-Ausgaben am meisten?

Besonders wichtig sind die Total Cost of Ownership, die Kosten pro aktivem Nutzer, die Kosten pro Prozess oder Transaktion und der Verhältniswert zwischen Aufwand und Nutzen. Diese Kennzahlen zeigen, ob eine Lösung wirtschaftlich mit Ihrem Geschäftsmodell mitwächst.

Wie erkennen wir, ob ein Produkt trotz höherem Preis wirtschaftlich sinnvoll ist?

Ein teureres System kann wirtschaftlicher sein, wenn es Zeit spart, Fehler reduziert oder Prozesse stabilisiert. Wir vergleichen deshalb nicht nur den Preis, sondern auch Effekte auf Produktivität, Ausfallsicherheit, Skalierbarkeit und Supportbedarf.

Welche Unterlagen sollten vor der Entscheidung vorliegen?

Hilfreich sind ein vollständiges Kostenblatt, ein Leistungs- und Funktionsvergleich, die Vertragsbedingungen, Angaben zu Laufzeiten und Kündigungsfristen sowie ein Plan für Einführung und Betrieb. Ergänzend sollten Sie einen Verantwortlichen benennen, der Preisänderungen, Nutzung und Folgekosten regelmäßig prüft.

Fazit

Eine belastbare SaaS-Kalkulation entsteht erst dann, wenn wir alle direkten und indirekten Kosten gemeinsam betrachten. Wer Laufzeit, Nutzung, interne Aufwände und Wachstum sauber einplant, trifft bessere Entscheidungen und vermeidet teure Überraschungen im Betrieb.

Checkliste
  • Einrichtung des Mandanten oder der Organisation
  • Konfiguration von Rollen, Rechten und Workflows
  • Datenimport aus Altsystemen
  • Schnittstellenanbindung an bestehende Systeme
  • Schulungen für Teams und Admins
  • Interne Projektzeit für Abstimmungen und Tests

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